Typische Fragen im Bewerbungsgespräch – Tipps für die besten Antworten

Wie oft müsstest du tanken, wenn du von hier aus mit dem Auto zum Nordpol fahren würdest? Klingt zuerst einmal wie eine Scherzfrage, kann aber durchaus auch bei einem Bewerbungsgespräch vorkommen. Damit möchte dich dein*e vielleicht zukünftige*r Arbeitgeber*in nicht etwa veräppeln, denn auf diese Frage gibt es keine richtige Antwort. Sie*er möchte damit nur testen, wie du auf eine scheinbar unmöglich zu beantwortende Frage reagierst.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch – Tipps für die besten Antworten

Unterschätze niemals die gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch!

Wenn man das Glück hat, nach der Bewerbung eine positive Rückmeldung zu bekommen, steht man meist vor der letzten großen Hürde - dem Bewerbungsgespräch. Um dort gut abzuschneiden, empfiehlt es sich, zuvor im Internet zu recherchieren was dabei auf einen zukommen könnte, denn es gibt einige Standardfragen, die gerne bei einem Bewerbungsgespräch gefragt werden. Wir haben für dich typische Bewerbungsfragen und die besten Antworten darauf zusammengesucht, damit dir und deinem Traumjob in Salzburg nichts mehr im Wege steht. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Lernen!


Typische Fragen an Bewerber*innen und passende Antwortmöglichkeiten für dich:

Die Gesprächseröffnung

  • Wie geht es Ihnen?
  • Haben Sie gut hergefunden?

Dabei möchte die*der Arbeitgeber*in keine ausführliche Beschreibung deines Gemütszustandes oder der verwendeten Buslinie. Die auch genannten „Eisbrecherfragen“ haben lediglich den Zweck, die Situation zu Beginn aufzulockern und die Nervosität der Bewerber*innen zu lindern.

Eine kurze und ehrliche Antwort, dass du gut hergefunden hast, ist hier völlig ausreichend. Natürlich kannst du je nach Situationslage etwas ausholen und mehr über den Anfahrtsweg oder das vielleicht ungewöhnliche Wetter erzählen. Dies solltest du je nach Sympathie mit dem*der Gesprächspartner*in selbst einschätzen können. Beispielsweise wäre es bei längerer Fahrzeit mit dem Bus denkbar zu erwähnen, dass du die Zeit sinnvoll genutzt hast, dich über das Unternehmen schlau gemacht zu haben. Solltest du diesen Weg wählen, kannst du dich bereits darauf gefasst machen, dass die 2. Frage lautet: „Was wissen Sie über uns?“ An dieser Stelle solltest du ja bestens vorbereitet sein und schon zu Beginn mit vielen Pluspunkten überzeugen. Interessiert und wissbegierig sein, sagt nämlich auch viel über die Arbeitsweise und generelle Einstellung aus!

Unternehmensbezogene Fragen

  • Erzählen Sie etwas über sich!

Streng genommen ist das keine Frage, aber dennoch wird das gerne gefragt. Dabei musst du nicht zurück an den Punkt deiner Geburt gehen, sondern fokussiere dich auf dein Studium, deine Praktika oder vorherigen Berufserfahrungen, Qualifikationen und Fähigkeiten. Auch musst du deinen Lebenslauf nicht wiedergeben, denn in den meisten Fällen hat die/der Arbeitgeber*in ihn bereits gelesen. Konzentriere dich auf Highlights in deinem (Berufs-)Leben, auf welche du genauer eingehen möchtest.

  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?

Hier kannst du zeigen, dass du dich im Vorfeld über das Unternehmen informiert hast und ein paar Fakten nennen kannst. Beispielsweise, dass es eines der führenden Unternehmen auf einem bestimmten Gebiet ist, die Anzahl der Mitarbeiter*innen, das soziale Engagement, etc. Allerdings sollte es kein Loblied auf das Unternehmen werden! Nenne auch Dinge, welche dich wirklich an dem Unternehmen interessieren, oder welche dich positiv überraschen, z.B. dass das Unternehmen Carsharing anbietet, oder dass sich ihre Verpackungen zu 100% recyclen lassen.

  • Was wissen Sie über das Unternehmen?

Auch bei dieser Frage kannst du mit deinem Wissen über das Unternehmen punkten. Nenne wichtige Zahlen und Fakten. Beispielsweise, wann es gegründet wurde, wann das erste Produkt auf den Markt kam, oder in welchen Ländern es tätig ist. Ebenso kannst du auf die „Soft Skills“ des Unternehmens eingehen, z.B. wenn es umweltfreundlich produziert. Das zeigt, dass du dich wirklich mit dem Unternehmen befasst und nicht zehn Minuten vor dem Bewerbungsgespräch den Wikipedia Artikel durchgelesen hast. Damit kannst du die*den Arbeitgeber*in beeindrucken.

 

[Außerdem auf salzburgerjobs.at: Auch Quereinsteiger*innen haben Karrierechancen]

 

Persönliche Fragen

  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Ein Klassiker unter den Bewerbungsfragen, allerdings nicht so einfach zu beantworten. Mach es am besten mit der Sandwich Methode, fange mit deinen guten Eigenschaften an, dann nenne deine Schwächen. Schließe damit ab, dass du an deinen Schwächen arbeitest, oder nenne Schwächen, die du schon überwunden hast, z.B. dass du dir schlecht Namen merken kannst, aber daran arbeitest, indem du dir Eselsbrücken machst. Das zeigt, dass du bereit bist dich weiterzuentwickeln und an dir zu arbeiten.

Stärken, die immer gut ankommen sind Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Stressresistenz und der Wille etwas Neues zu lernen. Stärken zu beschreiben klingt leicht, doch im Bewerbungsgespräch kann man schnell einmal ein Blackout haben, sodass es einfacher ist, wenn du dir im Vorhinein schon ein paar Gedanken gemacht und Ideen zurechtlegt hast.

Das gleiche gilt für die Schwächen. Jeder Mensch hat sie, keiner ist perfekt, dennoch solltest du nicht jedes deiner Defizite auf den Tisch legen, wie z.B.: dass du immer unpünktlich bist, oder dass es dir schwerfällt Deadlines einzuhalten, denn das könnte dich möglicherweise für den Job disqualifizieren. Auch sind Schwachpunkte wie „Ich bin perfektionistisch“ oder „Ich bin ein Workaholic“ besser nicht zu nennen. Sei ehrlich, aber halte deine Schwächen im Rahmen.

  • Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Oft wird diese Frage auch getarnt mit „Wie würden Sie Ihre Freunde beschreiben?“ Nichtsdestotrotz ist die Antwort die gleiche, denn die*der Arbeitgeber*in möchte damit wissen, welche Charaktereigenschaften du besitzt. Konzentriere dich hier auch auf deine Stärken, dass du beispielsweise gerne in einem Team arbeitest, oder du diplomatisch bist. Fokussiere dich hauptsächlich auf die Charaktereigenschaften, welche für den angestrebten Posten besonders gut passen.

  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Netflix schauen, schlafen oder feiern gehen sind hier keine passenden Antworten. Gehe eher auf gesellschaftliche Aktivitäten ein, beispielsweise, dass du gerne Volleyball in deiner Freizeit spielst, oder wandern gehst. Sport kommt immer gut an, hier kann die*der Arbeitgeber*in auch sehen, dass du ein Teamplayer bist. Anhand deiner Hobbies kann sie*er auch deine Risikobereitschaft einschätzen. Freunde treffen oder Kaffee trinken gehen sind auch OK und können genannt werden, da dies zeigt, dass du sozial bist und Soft Skills besitzt.

  • Welche Rolle übernehmen Sie im Team?

Lege dich nicht sofort fest, besser ist, wenn du sagst, dass das situationsabhängig ist. Meist werden Teamplayer gesucht und nicht jemand, der den Ton ohne Rücksicht auf andere angibt. Zeige mit deiner Antwort, dass du anpassungsfähig bist und verschiedene Rollen in einem Team einnehmen kannst. Wie „Ich würde nicht sagen, dass ich immer eine bestimmte Rolle im Team einnehme, das ist eher situationsbedingt. Es kommt darauf an, wenn es nötig ist, kann ich das Team leiten, aber ich kann ebenso Anweisungen entgegennehmen und diese umsetzen. Gerne bringe ich auch Ideen ein.“

  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Halte dich mit privaten Zielen eher zurück und beschreibe, wo du dich beruflich siehst. Es ist OK, wenn du einen gewissen Posten anstrebst, besser ist es aber wenn du das umschreibst indem du sagt, dass du gerne die nötigen Fähigkeiten hättest diese Position auszuüben, sprich, dass du dich weiterentwickeln möchtest. Mit der Antwort zeigst du der*dem Arbeitgeber*in, dass du dir Gedanken über deine Zukunft machst und langfristig denkst.

Frage nach dem Gehalt

  • Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?

Um diese Frage bestmöglich zu beantworten, ist es ratsam sich zu informieren. Recherchiere, wieviel man durchschnittlich in diesem Berufsfeld, mit deiner Ausbildung verdient. Es ist leichter, wenn du keine präzisen Zahlen nennst, sondern einen Rahmen, z.B. zwischen 40.000 und 45.000 Euro brutto im Jahr. Zu niedrig angesetztes Gehalt kann so gedeutet werden, dass du dir nichts zutraust und vielleicht auch unterdurchschnittlich bist. Bei einem zu hoch angesetzten Gehalt kann es sein, dass du nicht mehr in die engere Wahl kommst, da du zu teuer wärst. Am besten ist, wenn du eine Spanne nennst und diese mit Qualifikationen und Arbeitserfahrung begründen kannst.

Stressfragen

  • Sie haben einige Praktika gemacht, warum sind Sie nie übernommen worden?
  • Warum haben Sie in dem Fach so schlecht abgeschnitten?
  • Würden Sie sagen, Sie haben bei ihrer letzten Arbeit einen guten Job gemacht?

Dabei möchte die*der Arbeitgeber*in testen, wie du auf diese Fragen reagierst. Wichtig ist, ruhig zu bleiben. Versuche ehrlich zu antworten, nicht auszuschweifen, sondern auf den Punkt zu kommen, objektiv und diplomatisch. Auch wenn es leichter gesagt ist als getan, lass dich nicht aus der Ruhe bringen. Auf die Frage, warum man in einem Fach schlecht abgeschnitten hat, kann man antworten, dass jeder Mensch Stärken und Schwächen hat. Dieses Fach ist deine Schwäche, aber du gibst dein Bestes und arbeitest daran. Bei der Frage, wie man bewertet, einen guten Job gemacht zu haben, kannst du sagen, dass deine*dein Arbeitgeber*in zufrieden mit dir war, es keine Beanstandungen gab und du dir dadurch vorstellst, den Job zur Zufriedenheit aller erfüllt zu haben. Nimm dir auf alle Fälle Zeit bei der Beantwortung der Fragen.

Du hast deine persönlichen Stressfragen möglicherweise gut gemeistert, doch es gibt noch Stressfragen aus anderen Kategorien, welche dich aus dem Konzept bringen könnten. Beispiele wären:

  • Wie viel wiegt die Wüste?
  • Wie viel Holz braucht man, um ein Schiff zu bauen?
  • In welchem Land leben die meisten GärtnerInnen?

Fragen, auf die man keine Antwort hat und bei denen es auch kein richtig oder falsch gibt. Skizziere einen Lösungsweg, wie du an das Problem herangehen würdest. Wichtig ist, dass du lösungsorientiert arbeitest und nicht versuchst, eine richtige Antwort zu finden.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Jede*r ist nervös bei Bewerbungsgesprächen, was auch völlig normal ist und das wissen auch die Arbeitgeber*innen. Die Arbeitgeber*innen möchten dich nicht vorführen, sondern einfach besser kennenlernen und sehen, ob du in deren Team passt.
Beantworte die Fragen ehrlich aber durchdacht, informiere dich im Voraus über die*den Arbeitgeber*in und lege dir Antworten zurecht. Es mindert auch die Aufregung, wenn du dich gut vorbereitet hast. Wichtig ist, sei du selbst, denn es bringt nichts, wenn du dich verstellst um in ein Team zu passen, indem du dich vielleicht dann unwohl fühlst.

Also, wenn das nächste Mal eine Frage wie „Wie oft müsstest du tanken, wenn du von hier aus mit dem Auto zum Nordpol fahren würdest?“ kommt, kannst du ganz entspannt an die Situation herangehen und die Frage souverän beantworten.

In diesem Sinne wünscht dir das Team von salzburgerjobs.at viel Erfolg beim Bewerbungsgespräch!

Blogbeitrag von Victoria Romanin

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