Die Initiativbewerbung

Ja es ist möglich – mit der Initiativbewerbung zum neuen Job! Natürlich, es gehört bei dieser Art von Bewerbung ein bisschen mehr Glück und Mut dazu als beim herkömmlichen offiziellen Prozess. Versetzt dich doch einmal in die Lage eines Personalentscheiders – deine beste Mitarbeiterin oder Mitarbeiter hat gekündigt, hat eine kurze Kündigungsfrist von einem Monat und noch dazu einige Resturlaubstage zur Verfügung, die er selbstverständlich in Anspruch nehmen möchte. Am selben Tag flattert eine Initiativbewerbung in dein Büro, und das mit exakt passendem Profil auf die freiwerdende Stelle. Das nennen wir einen perfect job match!

Die Initiativbewerbung

Mit Initiativbewerbungen der Konkurrenz einen Schritt voraus sein

Wir geben zu und zählen derartige Situationen zu Ausnahmezufällen, trotzdem kann eine Initiativbewerbung zum richtigen Zeitpunkt für den Personalverantwortlichen goldwert sein. Trau dich also – verlieren kannst du nie! Denn dein Name bleibt in irgendeiner Weise in Erinnerung, solltest du dich zu einem späteren Moment über einen offiziellen Weg bewerben wollen. Ein weiterer Pluspunkt ist ebenfalls, dass du dich auf die Initiativbewerbung referenzieren kannst. Dieser Vorgang spricht für ein starkes Firmeninteresse – sei also mit einer „Vorabbewerbung“ deiner Konkurrenz einen Schritt voraus.

Wie wir alle wissen, hat so gut wie alles Vor- und Nachteile, selbstverständlich gilt das auch für unser heutiges Thema. Damit die Frage „rentiert sich eine Initiativbewerbung“ einfacher beantwortet werden kann, möchten wir dir eine Pro- und Contra-Liste für die Entscheidungsgrundlage vorstellen:

WELCHE VORTEILE?

  • Trifft die Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt ein, hast du wenig bis keine Konkurrenz, denn vielleicht wurde die freiwerdende Stelle noch nicht ausgeschrieben.
  • Das Unternehmen hat deinen Namen gehört und wird ihn in Erinnerung behalten.
  • Du kannst dich bei einer weiteren Bewerbung auf deine frühere Initiative referenzieren, was ein starkes Firmeninteresse ausstrahlt.
  • Beim Bewerbungsgespräch kannst du diese Erwähnung bereits fix in das Gesprächsthema mitaufnehmen. Gute Vorbereitung gibt Souveränität.
  • Der Zeitaufwand ist definitiv nicht umsonst!

WELCHE NACHTEILE?

  • Ohne ausgeschriebenen Stellenangebote sind dir weder ein Personalbedarf
  • noch dessen Anforderungen an die Jobanwärter bekannt.
  • Die Reaktion der Personalbeauftragten kann ein wenig länger auf sich warten lassen, bis auch in Vergessenheit geraten. Nutze allerdings diese Situation für dich und melde dich erneut telefonisch.

Das schaut doch nach einer Eindeutigkeit aus, oder? Die obenstehenden Argumente stehen definitiv für eine Initiativbewerbung. Also nimm dein Laptop in die Hand und bewirb dich noch heute für deinen Traumjob und glaube an DEIN GLÜCK!


Was halten Personaler von meiner Eigeninitiative?

Für die Personalabteilung bedeutet eine Stellenausschreibung jedenfalls ein enormer Aufwand. Aus diesem Grund und auch der Loyalität zu liebe, werden freiwerdende Arbeitsplätze erst intern verbreiten und erst im Anschluss für die Öffentlichkeit ausgeschrieben. Ist ein interner Mitarbeiter bereit, beispielsweise seine Abteilung oder Verantwortung zu wechseln, spart sich das Unternehmen nicht nur einige Stunden für den Bewerbungsprozess, sondern auch jede Menge Einschulungsaufwand. Zwischen interner und externer Personalsuche wäre deine Initiativbewerbung also auf den Punkt gebracht.


Welcher Aufwand hat die Personalabteilung wirklich?

Eine Stelle wird frei, intern gibt es keine Möglichkeit, Mitarbeiter von A nach B zu bringen. Somit bleibt dem Personaler keine andere Wahl, als sich extern auf die Suche zu machen. Erst einmal die herauskristallisierte Aufgabenaufteilung in Erfahrung bringen. Es ist üblich, dass sich die Verantwortlichkeiten von langjährigen Mitarbeitern ständig verändern und mit der Zeit erst wirklich herauskristallisieren. Erst dann wird entschieden, welche Anforderungen an den neuen Mitarbeiter ausgesprochen werden.

  • Stellenausschreibung mit Aufgabenaufstellung zusammenfassen
  • Personas (Wunschkandidaten mit seinen Fähigkeiten) festlegen und daraus die firmeneigenen Anforderungen stellen
  • Wie locke ich potenzielles Personal in mein Unternehmen, was können wir als Arbeitgeber bieten und was sind unserer Benefits?
  • Wie sieht es mit dem Kollektivvertrag aus und wieviel Prozent sind wir bereit zu überzahlen? Wie steht die Qualität des Mitarbeiters in Relation?
  • Wer ist der interne Verantwortliche und wer verwaltet das gesamte Bewerbermanagement?

Ist einmal die Stellenbeschreibung aus dem Haus, wird auch schon das nächste Konzept erstellt. Nämlich die weitere Vorgehensweise und Planung für folgende Ereignisse:

  • Das Bewerbungsgespräch
  • Zweitgespräche
  • Organisation von Probearbeiten
  • Schlussgespräche mit Finalisten
  • Die Entscheidung
  • Planung der Einschulungszeit
  • Controlling des Probemonats

Die Vorbereitung

1. Informationen sammeln

In erster Linie gilt immer, sich gut über das Unternehmen zu informieren. Erst im Anschluss ist es möglich, themenspezifische und relevante Informationen über das Selbstbild zu formulieren. Stelle dir vor der detaillierten Zusammenfassung von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben folgende essenzielle Fragen:

  1. Welche Qualifikationen machen mich aus?
  2. Wie kann ich mich von Mitbewerbern abheben?
  3. Wie kann ich meinen Traumjob begründen? Warum will ich diesen Beruf unbedingt?
  4. Kann ich mich mit dem Produkt oder der Dienstleistung des neuen Arbeitgebers identifizieren und welche passenden Berufserfahrungen habe ich im Gepäck?
  5. Wo sind meine Karriereziele gesteckt und wann will ich welche erreichen? Gelingt mir das den überhaupt mit dem neuen Unternehmen?

„Be different“

EIN TIPP: Warum nicht einmal anders? Immerhin ist es erforderlich, dass du gerade mit einer Initiativbewerbung aus der Menge stichst. Schreib obenstehende Fragen + deine individuelle Antwort in dein Bewerbungsschreiben mit rein? Sicherlich wird das den Personalbeauftragten positiv überraschen und ja, es wird ihm gefallen!

2. Kontaktaufnahme

Nach dem gründlichen Brainstorming ist die telefonische Kontaktaufnahme an der Reihe. Nicht wie bei Blindbewerbungen, wird das Unternehmen vor dem Senden der Unterlagen um die entsprechenden Kontaktdaten gefragt. Lasse dich also zu den verantwortlichen Ansprechpartnern verbinden und erzähle dann persönlich von deinem Vorhaben. Dieser Anruf kann dir nützliche Informationen bringen und zugleich ist es dir möglich vorab einen guten und interessierten Eindruck zu hinterlassen.

Und schon wieder 4 Vorteile gesammelt:

  • Du hast einen Ansprechpartner?
  • Du hast die Möglichkeit, wichtige Vorabinformationen zu sammeln.
  • Dir ist es bei dem Gespräch möglich, einen ersten positiven Eindruck zu hinterlassen.
  • Der Personalverantwortliche weiß über dein Vorhaben Bescheid und ist auf deine Bewerbungsunterlagen vorbereitet.

Was ist bei der telefonischen Kontaktaufnahme zu beachten?

Bist du mit einem passenden Gesprächspartner aus der Personalabteilung verbunden worden, tickt deine Uhr und du hast eine Chance, deine Argumente für eine Initiativbewerbung zum Ausdruck zu bringen. Wie du dir im ersten Schritt vorbereitet hast, wird sich mit deinen Einleitungssätzen über deine Eigenschaften, Fähigkeiten und Berufserfahrung herausstellen. Das Gegenüber soll das Gefühl bekommen, dass du die gesuchten Qualifikationen und darüber hinaus vorhanden sind – nicht vergessen, du bist besser als deine Konkurrenz!

Mit der entgegengebrachten Reaktion sind erste Rückschlüsse auf den Erfolg zu schließen. Gut geführte Unternehmen Empfangen engagierte und vor allem qualifizierte Arbeitssuchende im Regelfall mit offenen Armen, also keine Angst davor.

Was tun, wenn der Personaler meine Initiativbewerbung ablehnt?

Wie ist deine Persönlichkeit? Bist du manchmal frech, hast trotzdem eine Sympathie und Ausdrucksstärke, dass du dir das Ignorieren erlauben kannst? Na, dann nur zu!

Waren die Gegenargumente allerdings ausdrücklich, würden deine trotzdem gesendeten Bewerbungsunterlagen einen negativen Eindruck machen. An dieser Stelle ist eine Portion Feingefühl von Nöten, deswegen möchten wir dir diese Entscheidung nicht abnehmen. Ebenfalls verspürst du während des Gesprächs selbst am besten, ob ein Funken Hoffnung besteht, oder ob definitiv kein Bedarf an neuen Mitarbeitern besteht und die Bewerbung nicht gerade erfolgsversprechend ausfallen würde.

3. „Ab die Post“

WICHTIG: Je schneller du deine Bewerbungsunterlagen nach dem Gespräch versendest, desto besser. Denn mit jeder verstrichenen Minute steigt die Gefahr, sich nicht mehr an die Vereinbarung erinnern zu können. Im Idealfall bereitest du die Mail vor der Kontaktaufnahme auf und sendest die Mail entweder während des Gesprächs mit kurzer Ankündigung oder Sekunden nach dem Auflegen. Das übermittelt eine schnelle und strukturierte Arbeitsweise und verdeutlich erneut „ich will den Job unbedingt!“

Personalisiere deine E-Mail und referenziere dich nochmals auf das geführte Gespräch. Achte unbedingt darauf, dass du dem Unternehmen nicht das Gefühl gibst, Teil eines Massenmails zu sein, denn dann stehst du mit höchster Wahrscheinlichkeit an der Abschlussrampe!

4. In Erinnerung rufen

Bei Initiativbewerbungen ist es üblich, dass die Rückmeldungen längere Zeit in Anspruch nehmen, was allerdings nicht bedeuten soll, ungeduldig oder gar die Hoffnung zu verlieren. Bis zu 2 Wochen können gedankenlos abgewartet werden – ABER DANN heißt es, sich erneut in Erinnerung rufen. Kontaktiere auf freundliche Weise den bekannten Personalentscheider und informiere dich über den Stand deiner Bewerbungsunterlagen.


DIE HOFFNUNG VERLIEREN? DAS KOMMT NICHT IN DIE FRAGE!

Zu Beginn ist es hilfreich, Druck aus den persönlichen Zielen zu nehmen und sich für den Anfang auch einmal mit etwas kleinerem zufrieden zu geben. Das „Kleine“ ist in unserm Fall eine Freigabe des Personalverantwortlichen, dass die Bewerbungsunterlagen gerne eingereicht werden dürfen. Auch wenn darauf keine Reaktion kommt, nutze auch diese Situation erneut positiv für dich, denn du hast zu diesem Zeitpunkt erneut eine Chance, dich telefonisch in Erinnerung zu rufen und nochmals ein paar Sätze über dich und deine Arbeitsweise zu verlieren.

Vielleicht erhältst du beim Zweitgespräch eindeutige Information zum derzeitigen Personalstand oder eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Eine andere Option wäre, dass deine Unterlagen nach deiner Zustimmung zur Evidenz abgespeichert werden. Alle diese Szenarios sind zu deinem Vorteil.

Es gibt also innerhalb eines Bewerbungsprozesses keinen Grund die Motivation zu verlieren, denn jedes Ereignis ist wieder eine neue Erfahrung.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Die Initiativbewerbung bringt definitiv viele Vorteile, wie bereits aus obenstehenden Zeilen zu entnehmen ist. In der Theorie sind derartige Weisheiten immer einfach gesagt, als in der Tat umgesetzt. Fakt ist, mit dieser Art von Bewerbung kann nur gewonnen werden!

Innerhalb einer initiativen Bewerbung sind keine Normen gesetzt – es stehen praktische alle Möglichkeiten offen, frei zu formulieren und auf die wichtigen Qualifikationen einzugehen, ohne an geforderten Attributen gebunden zu sein. Nutze diese Chance gekonnt, und du wirst deinen Wunsch-Arbeitgeber von deiner einzigartigen Persönlichkeit überzeugen können – kein Bewerbungsprozess bietet so viele Freiräume, wie DIE INITIATIVBEWERBUNG!

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