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Die richtige Sprache im Geschäftsalltag

Die richtige Sprache im Geschäftsalltag

Jungen Arbeitnehmern wird gerne vorgeworfen, dass ihre Kommunikation in New Media sehr zu wünschen übrig lässt: sie sei unverständlich und alles andere als respektvoll, richtige Worte würden durch Emoticons ersetzt und die Sprache sei zudem noch durch einen inflationären Gebrauch von Abkürzungen gekennzeichnet – was alles auf Kosten der Verständlichkeit gehe.

Eine Untersuchung von Wortwelt, einer Spezialagentur, die sich auf Schriftsprachenprojekte in Firmen konzentriert, zeigt nun jedoch auf, dass die interne und externe Kommunikation von Unternehmen in traditionellen Medien oftmals auch sehr leidet und die Betriebe besser vor der eigenen Haustür kehren sollten.

Wortwelt-Partnerin Karin Krobath geht davon aus, dass das Missverständnis vorherrscht, dass mit Geschraubtheit und kompliziertem Ausdruck Kompetenz ausgedrückt werden kann. So schreibt ein Finanzdienstleister: „Wir ersuchen Sie, dem Reicher dieses Schreibens gegen Vorweis der Dienstlegitimation US-Dollar 150 in gemischten Noten ausfolgen zu wollen. Erbitten Kopie der Abrechnung!“ Bei einem Betriebsrat heißt es: „Seitens Human Resources wurde uns Ihre Gravidität gemeldet. Wir freuen uns mit Ihnen ...“. In einem weiteren Unternehmertext findet sich folgendes: „Die traditionell bereits in unseren Geschäftsfeldern innewohnende gesellschaftliche Relevanz ist der Nukleus für unser tief verwurzeltes Verantwortungsgefühl.“

Die Experten von Wortwelt raten, keine Formulierungen einzubauen, die man nicht auch am Telefon verwenden würde – was mündlich nicht funktioniert, ist oft auch im Schriftlichen zum Scheitern verurteilt. Auch wenn oftmals Textbausteine schon vorgegeben sind und in manchen Branchen die Verwendung von rechtlich wasserdichten Formulierungen ein Muss ist, heißt das noch nicht zwangsläufig, dass es auf eine gestelzte Sprache hinauslaufen muss. Kunden sollten sich nie fragen müssen, was Unternehmen eigentlich von ihnen wollen und mit ihren Worthülsen ausdrücken wollen. Die Experten raten zur Schaffung einer Sprachspeichers, aus dem Mitarbeiter dann frei wählen können – in jedem Fall sollte es zu den Angestellten und den Kundenbeziehungen passen. Schließlich sind Korrespondenzen mit Kunden der Dreh- und Angelpunkt der Glaubwürdigkeit. Schafft man es als Firma, seine Sprache in Richtung des Empfängers zu verändern, dann gelingt es auch oft, dass Mitarbeiter die Kundenperspektive einnehmen – was wiederum die Grundlage für langfristige Beziehungen, Vertrauen und die Bereitschaft ist, jemanden weiterzuempfehlen.

Doch zum Schluss noch ein besonders eindrückliches Beispiel, wie man es nicht machen sollte: „... jeder muss im Job permanently seine intangible assets mit high risk neu relaunchen und seine skills so posten, dass die benefits alle ratings sprengen, damit der cash flow stimmt. Wichtig ist corporate-identity, die mit perfect costumizing und eye catchern jedes Jahr geupdatet wird.“ Ob diese Motivationsrede eines Vorstandes die Mitarbeiter wohl zu mehr Leistung angespornt hat?

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