Körpersprache bei Vorstellungsgesprächen

Es ist unmöglich nicht zu kommunizieren, auch beispielsweise Schweigen kann als Desinteresse, Teilnahmelosigkeit etc. gedeutet werden. Die Körpersprache ist meist unbewusst, dabei kann man anhand derer die Gefühle und Gedanken eines Menschen deuten. Es reichen schon Mikro-Mimiken, wie zum Beispiel ein leichtes Augenbrauen hochziehen, um Signale zu senden. Wie Watzlawick schon sagte, man kann nicht, nicht kommunizieren. Gerade beim ersten Eindruck im Bewerbungsgespräch, kann die richtige Körpersprache viel bewirken.

Körpersprache bei Vorstellungsgesprächen

Körpersprache richtig einsetzen

Jede*r ist vor dem Vorstellungsgespräch aufgeregt und das ist auch völlig in Ordnung, allerdings solltest du deswegen nicht wie eine verschreckte Maus vor der*dem neuen Arbeitgeber*in sitzen. Hier sind Tipps, welche dir helfen einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen.

Begrüßung

Betritt den Raum mit einem aufrechten Gang und einem offenen Lächeln. Deine Körperhaltung verrät viel über dich, z.B.: ob du dich wohl oder unwohl fühlst. Ein aufrechter Gang strahlt Selbstbewusstsein aus. Laufe der*dem Arbeitgeber*in nicht mit ausgestreckter Hand entgegen, sondern warte bis sie*er dir die Hand reicht. Ganz wichtig ist der Händedruck, dieser sollte nicht zu locker sein, du sollte ihre*seine Hand aber auch nicht zerdrücken. Ein kurzer fester Händedruck ist optimal. Ergreife die ganze Hand und nicht nur die Finger.

Hinsetzen

Setze dich erst hin, wenn du dazu aufgefordert wirst. Nimm dabei die ganze Sitzfläche des Stuhles ein und nicht nur die vordere Kante. Stelle deine Beine schräg nebeneinander auf den Boden, bei Damen ist es auch in Ordnung, wenn diese die Beine übereinanderschlagen. Lege die Hände locker in den Schoß. Als Mann achte darauf, dass du dich nicht zu breitbeinig hinsetzt. Trotz allem solltest du aber dennoch angenehm sitzen.

Begrüßung

Betritt den Raum mit einem aufrechten Gang und einem offenen Lächeln. Deine Körperhaltung verrät viel über dich, z.B.: ob du dich wohl oder unwohl fühlst. Ein aufrechter Gang strahlt Selbstbewusstsein aus. Laufe der*dem Arbeitgeber*in nicht mit ausgestreckter Hand entgegen, sondern warte bis sie*er dir die Hand reicht. Ganz wichtig ist der Händedruck, dieser sollte nicht zu locker sein, du sollte ihre*seine Hand aber auch nicht zerdrücken. Ein kurzer fester Händedruck ist optimal. Ergreife die ganze Hand und nicht nur die Finger.

Gespräch

Schenke während des Gespräches deine ganze Aufmerksamkeit der*dem Arbeitgeber*n. Halte unbedingt Blickkontakt, und lasse deinen Blick nicht im Raum abschweifen. Du sollst natürlich dein Gegenüber nicht anstarren, zu langer Blickkontakt könnte als unangenehm wahrgenommen werden, schaue deinem Gegenüber aber regelmäßig in die Augen. Lasse die*den Arbeitgeber*in ausreden, mit einem Nicken kannst du immer wieder zu verstehen geben, dass du ihr*ihm zuhörst. 

Auch wenn du aufgeregt bist, sitze ruhig am Stuhl und zupfe nicht an deiner Kleidung herum oder spiele mit deinen Haaren.

Verabschiedung

Die Verabschiedung ist genauso wichtig wie die Begrüßung. Nicht du, sondern die*der Arbeitgeber*n beendet das Gespräch. Für die Verabschiedung stehst du auf und verabschiedest dich mit wieder mit einem festen Händedruck. Halte dabei auch wieder Blickkontakt!


Non-Verbale Signale

Um authentisch und glaubwürdig rüberzukommen, müssen deine non-verbalen Signale mit dem was du sagst übereinstimmen.

Körperhaltung

Die Körperhaltung ist einer der wichtigsten Kriterien, wie du wahrgenommen wirst. Eine aufrechte Körperhaltung strahlt Selbstbewusstsein aus und zeigt, dass du dich in deiner Haut wohlfühlst. Du strahlst es nicht nur nach außen aus, es hat auch auf dich selbst einen positiven Einfluss, es trägt dazu bei, dass du wirklich selbstbewusster wirst, eine Art self-fulfilling prophicy.

Behalte vor, während und nach dem Gespräch eine aufrechte Körperhaltung bei und halte auch den Kopf gerade. Ebenso gilt: wenn du sitzt, sacke nicht am Stuhl zusammen, sondern strecke dich durch, damit vermittelst du Professionalität. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich deine Stimmkraft verbessert, wenn du aufrecht sitzt, du kannst mit einer kraftvollen Stimme auf die Fragen der*des Arbeitgeber*in antworten.

Lächeln

Mit einem Lächeln im Gesicht wirst du als sympathisch und aufgeschlossen wahrgenommen. Du musst natürlich nicht während des ganzen Bewerbungsgespräches durchlächeln, auch ein eingefrorenes lächeln erfüllt nicht den intendierten Zweck. Lächle immer wieder, das vermittelt, dass du der*dem Arbeitgeber*in zuhörst und du wirkst freundlich. Ein Lächeln kann auch deine Laune verbessern.

Gestik

Lass dein Bein nicht nervös wippen oder spiele mit deinen Fingern, auch wenn du aufgeregt bist. Diese Gestiken sind oft unbewusst, denn der Körper möchte damit Stress abbauen. Versuche diese aber zu unterlassen, wenn du dich dabei erwischst. Mache ruhige und langsame Gesten, das heißt nicht, dass du alles in Zeitlupe machen sollst, aber wenn man aufgeregt ist, tendiert man dazu eher hektisch zu gestikulieren. Mit langsameren Gesten strahlst du Ruhe aus, auch wenn du dich gerade nicht danach fühlst, hat dies einen positiven Effekt und du wirst selbst ruhiger.

Wenn du jemand bist, der viel gestikuliert, ist das vollkommen in Ordnung, nimm dich aber ein wenig zurück, unterstreiche beispielweise gewisse Aussagen mit einer passenden Gestik. Du sollst auch nicht steif auf dem Stuhl sitzen, natürlich darfst du dich bewegen. Unterlasse aber hin und her rutschen auf dem Stuhl, durchgehendes wechseln der Beine, welche du überschlagen hast und nervöse Ticks wie knacken von den Fingern.

Distanz

Gerade beim Stehen achte darauf, dass du einen gewissen Abstand zu deinem Gegenüber einhältst und nicht in deren*dessen Komfortzone eindringst. Die meisten Menschen nehmen eine Armlänge Abstand, also ca. 1 Meter Abstand als angenehm wahr. Alles was näher ist, wird meist als unangenehm und aufdringlich wahrgenommen, das solltest du unbedingt vermeiden.


Körpersprache beurteilen

Du würdest gerne wissen, wie du auf die*den Arbeitgeber*in wirkst, achte auf ihre*seine Körpersprache. Sei dir aber im Klaren, dass Körpersprache schwer zu lesen ist und nur im Kontext Aufschlüsse über die wirklichen Gedanken und Gefühle geben kann. Eine einzelne Gestik isoliert betrachtet, kann dir nur mögliche Hinweise geben.

Positive Körpersprache

  • Offene Hände sind ein Zeichen, dass die*der Arbeitgeber dir wohlgesonnen ist. Auch wenn sie*er sich die Hände reibt, kann das als vorteilhaft gedeutet werden.
  • Sie*er öffnet den Blazer*das Jackett, das heißt dass sie*er aufgeschlossen dir gegenübersteht.
  • Ein ebenfalls gutes Zeichen ist es, wenn sie*er deine Gesten wiederholt oder eine ähnliche Körperhaltung einnimmt, die sogenannte Spiegeltechnik. Damit suggeriert sie*er Übereinstimmung mit dem was du sagst. 

Negative Körpersprache

  • Die Arme zu verschränken wird negativ wahrgenommen, es wirkt distanziert und verschlossen. Mit den Armen baut sie*er einen Schutzwall vor dem eigenen Körper auf. Damit gibt es eine Barriere zwischen dir und ihr*ihm.
  • Die*der Arbeitgeber*in spielt mit dem Stift, damit baut sie*er eine Barriere auf oder kann auf Ungeduld hinweisen.
  • Du sitzt und die*der ArbeitgeberIn bleibt stehen, das erzeugt einen Höhenunterschied und zeigt eine klare Dominanz. Dadurch schaut die*der Arbeitgeber*n auf dich herab und zeigt damit, dass sie*er die Kontrolle hat.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Da die Köpersprache oft unbewusst abläuft, kann diese Eindrücke über deinen derzeitigen Zustand verraten. Mit kleinen Tricks kannst du kontrollieren, dass du seriös der*dem Arbeitgeber*in gegenübertrittst.

Betrete den Raum mit einem aufrechten Gang und einem Lächeln im Gesicht, warte bis die*der Arbeitgeber*in dir ihr*seine Hand entgegenstreckt. Ein kurzer kräftiger Händedruck ist optimal. Setze dich hin, wenn du aufgefordert wirst, nimm die ganze Sitzfläche des Stuhls ein und behalte auch hier eine aufrechte Haltung. Stelle deine Beine schräg nebeneinander und lege deine Hände locker in den Schoß. Halte während des Gespräches immer wieder Blickkontakt und nicke, vergiss nicht zu lächeln. Bei der Verabschiedung stehst du auf und wartest wieder bis dir die Hand gereicht wird, die*der Arbeigeber*in beendet das Gespräch.

Die richtige Körperhaltung ist das Um und Auf, achte auf eine aufrechte Haltung während des gesamten Gespräches, das strahlt Selbstbewusstsein aus. Mit einem Lächeln wirst du als sympathisch und offen wahrgenommen. Mache langsame Gesten und versuche nicht übermäßig zu gestikulieren.
Beachte auch, dass du vor allem beim Stehen nicht in die comfort-zone deiner*deines Arbeitgeber*in eindringt, halte ca. eine Armlänge Abstand. 
Nicht nur mit deinen Argumenten, sondern auch mit deiner Körpersprache kannst du dein Gegenüber von dir überzeugen. Das wichtigste ist allerdings, dass du dich nicht verstellst. Wenn du dich nur auf deine Körpersprache konzentrierst, hast du weniger kognitive Ressourcen zur Verfügung und du bekommst vielleicht nicht mehr alles mit, was dir der*die Arbeitgeber*in sagt. 

Passe diese Tipps an dich an, damit du dich wohlfühlst!

Blogbeitrag von Victoria Romanin

Weitere News