Berufsbegleitend studieren und arbeiten

Österreichische, öffentliche Universitäten sind kostenlos und man kann sich den Studienplan so zurechtlegen wie man möchte. Fachhochschulen sind dagegen anders: Man bezahlt einen Studienbeitrag pro Semester, damit man die zum Teil sehr spezialisierten Studienrichtungen besuchen darf. Außerdem läuft eine Fachhochschule auch eher nach dem Schema Schule ab. Sprich, man erhält einen Semesterplan und einen Prüfungsplan und nach dem wird gelehrt. Man hat Präsenzquoten, in der man mit seiner Anwesenheit glänzen „muss“ und die Prüfungen werden an vorgegebenen Tagen geschrieben. Durch diese Charaktereigenschaften entscheiden sich viele Studierende eher die berufsbegleitende Form in Anspruch zu nehmen, da eine Vereinbarkeit von Studium und Job sonst eher schwer gestaltbar ist.

Berufsbegleitend studieren und arbeiten unter einen Hut kriegen?

Berufsbegleitend studieren – Was stellt man sich darunter vor?

Das berufsbegleitende Studium an einer Fachhochschule sieht meistens so aus, dass die Vorlesungsdauer von Freitag 14:00 Uhr bis 21:30 und Samstag von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr ist. Würde sich also perfekt anbieten um von Montag bis Donnerstag bzw. Freitag halbtags zu arbeiten, oder?


Wochentags arbeiten und am Wochenende studieren – Klingt doch einfach!

Ja und Nein. Es kommt immer darauf an, welcher Lerntyp du bist. Wenn du eher leicht lernst und du schon viel aus den Vorlesungen mitnehmen kannst, dann kannst du einen Job mit über 30 Wochenstunden locker annehmen. Auch die Hausarbeiten lassen sich gut unter der Woche am Abend einplanen. Wenn du dir jedoch eher schwer tust beim Lernen, solltest du entweder nur geringfügig arbeiten bzw. die 20 Wochenstunden nicht überschreiten. Kommt auch ganz auf die Art von Studium an – solltest du ein Stipendium haben aufgrund von einer Weiterbildungskarenz oder ähnliches, informiere dich vorher, wie viel du dazuverdienen darfst. Alle Infos findest du unter folgendem Link vom AMS Österreich „Bildungskarenz: Weiterbildung mit Einkommen“.

Eine Vollzeitstelle nebenher ist nur dann zu empfehlen, wenn du wirklich ein „Wunder-Wutzi“ bist. Wenn du also jegliche Informationen in den Vorlesungen nur so in dich aufsaugst und dich zu Hause nicht mehr wirklich hinsetzen musst, um zu lernen, dann ist ein Vollzeit-Job genau deines. Ansonsten ist davon abzuraten. 

Das Beste für dich wäre, wenn du eine Stelle mit der Option zur Gleitzeit antrittst. Hier gibt es meist in der Früh und am Nachmittag/Abend einen Spielraum an Arbeitszeiten, den du dir selbst einteilen kannst. Natürlich ist es auch von Vorteil, wenn dich dein*e Arbeitgeber*in bezüglich des Studiums unterstützt. Einen Tag frei zu haben, vor allem wenn dies der Freitag ist, an dem du dann ausgeschlafen in den Studienalltag starten kannst, wäre optimal, aber leider nicht immer die Norm. Falls du schon in einem Arbeitsverhältnis bist, solltest du unbedingt mit deinem Vorgesetzen reden. Hierbei kommen wir auch gleich zu den nächsten Punkten.


Planung für das berufsbegleitende Studium ist das A und O 

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass berufsbegleitende Studierende ein leichtes Leben führen. Unter der Woche ein bisschen arbeiten und am Wochenende „chillig“ ein wenig studieren. Die Realität sieht leider meist anders aus.

Ein paar Dinge, die dir bewusst sein sollten, ist der „Verlust“ des Wochenendes. Neben Arbeit und Unterricht bis Samstag Nachmittag, sollte die restliche Freizeit gut eingeteilt werden. Denn es müssen neben Haushalt auch die Hausarbeiten erledigt werden, lernen müsstest du auch noch, und dann sind da noch die sozialen Verpflichtungen. Also gehe sorgsam mit deiner Freizeit um, ein Kalender kann dir dabei helfen. Und wenn du noch keinen führst, wäre genau jetzt der Zeitpunkt damit anzufangen.

Damit du Studium und Job mit bestem Gewissen vereinbaren kannst, hier ein paar grundsätzliche Tipps zur sinnvollen Urlaubsplanung:

  • Deine Ferien sollten wirklich Ferien sein. Die Ferientage an einer FH eher magerer gestreut als an einer Universität. Du kannst dich aber an den Schulferien des jeweiligen Bundeslandes orientieren und diese nach deinen Wünschen einplanen.
  • Prüfungszeiten sind stressige Zeiten, vor allem jene vor den Weihnachtsferien. Wenn du also eher zu der Sorte „Streber“ gehörst, solltest du in dieser Zeit ein paar Urlaubstage in Anspruch nehmen. 
  • Bevor du mit einem neuen Job startest, mache deinem zukünftigen Vorgesetzten klar, dass du studierst und du daher auch ein wenig mehr Flexibilität im Joballtag benötigst. 
  • Wenn du gerade in einem Arbeitsverhältnis steckst und zu studieren beginnen möchtest, solltest du vorab mit deinem Vorgesetzten darüber reden, wie dich das Studium eventuell in deiner Arbeit einschränken wird bzw. kann.

Wirtschaftliches Denken: Ein Tipp am Rande

Im berufsbegleitenden Studium ist es gern gesehen, wenn man schon etwas Berufserfahrung mitbringt und demnach weiß, wovon die Lektorinnen und Lektoren eigentlich reden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass du für ein berufsbegleitendes Studium absolut nicht geeignet bist, wenn du dich nur auf dieses konzentrieren möchtest. Du solltest aber damit rechnen, dass die Lehrenden davon ausgehen, dass du schon Erfahrung im Berufsleben gesammelt hast oder dies wenigstens nebenbei anstrebst. 

Die Lektorinnen und Lektoren der FH’s kommen größtenteils selbst aus dem wirtschaftlichen Sektor und sind teilweise sogar Chefs und CEO’s von renommierten Unternehmen. Sie gehen also davon aus, dass die Studentinnen und Studenten diverse Fachbegriffe kennen oder zumindest wissen, wie das Grundkonzept eines Unternehmens aussieht. Falls du also direkt nach der Matura eine FH besuchen möchtest und noch nie gearbeitet hast, wäre es empfehlenswert, einen Sommerjob bzw. ein Ferialpraktikum zu absolvieren. Es ist egal, ob dieses im Büro, im Handel, oder als Promoter/in stattfindet, es geht nur darum, dass du ein grobes Konzept von der Wirtschaft bekommst. 

Personen, die nach der Schule Geld verdienen möchten und erst später draufkommen, dass ein Studium doch das Richtige wäre, sind an den Fachhochschulen gut aufgehoben. Es gibt je nach Studiengang teilweise sogar Jahrgänge die fast durchgängig einen höheren Altersdurchschnitt aufweisen. Falls du dich also nach mehreren Jahren Arbeit doch für ein (wirtschaftliches) Studium entscheiden solltest, dann bist du an einer Fachhochschule sicher gut aufgehoben. 

UNSER FAZIT

Wenn du bereits eine Anstellung hast und dir aber mehr Wissen für deinen Beruf aneignen möchtest, dann ist dies die richtige Form für dich. Wenn du frisch aus der Schule kommst und selbst Geld verdienen, aber auf ein Studium nicht verzichten möchtest, dann ist ein berufsbegleitendes Studium auch genau das Richtige. Wenn du es einfach schon gewohnt bist, ein gewisses Gehalt zu verdienen, du dich aber noch weiterbilden möchtest, dann gilt auch hier: Willkommen im berufsbegleitenden Studium!

Egal, ob du dich für ein Vollzeitstudium oder ein berufsbegleitendes Studium entscheidest, du kannst in beiden Fällen mit der richtigen Planung und Zeiteinteilung einen Job ausführen. Bei der Beachtung unserer Tipps steht deiner Karriere sicherlich kein Studium im Weg und umgekehrt genauso wenig.

Blogbeitrag von Tamara Schiffer

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