Was macht ein*e Anwendungstechniker*in?

Durch den Wandel des Arbeitsmarktes sind zahlreiche neue Berufsbilder entstanden, die sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit erfreuen. Einer davon ist das Berufsbild des/der Anwendungstechniker*in. Diese vielseitigen Alleskönner sind mittlerweile zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Industrie- und Technikunternehmen und deren Kund*innen geworden. Wir haben zusammengefasst, worum es in diesem Job geht.

Was macht ein*e Anwendungstechniker*in?

Berufsbild Anwendungs­techniker*in

Produkte, die ein Unternehmen entwickelt, müssen stets auf die Bedürfnisse der Kund*innen angepasst werden. Diese sind im Vorfeld nicht immer genau klar. Zu den Hauptaufgaben der Anwendungstechniker*innen gehört deshalb, Marktbedürfnisse zu erkennen und Konzepte zu erarbeiten, wie diese von Seiten der Produktion umgesetzt werden können. Dabei arbeiten sie eng mit Marketing Manager*innen, dem Vertrieb und der Technikabteilung eines Betriebs zusammen. Sie erstellen Bedarfsanalysen und entwickeln Konzepte, die das Produkt schließlich maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Abnehmer anpasst.


Grundanforderungen und Soft Skills

Weil Anwendungstechniker*innen häufig mit Kund*innen kooperieren, benötigen sie neben einem ausgeprägten technischen Verständnis und handwerklichem Talent auch ein hohes Maß an bestimmten Soft Skills. Sie sollten Kommunikationsexpert*innen sein und wissen, wie man mit Kund*innen erfolgreich umgeht. 

Eine große Voraussetzung ist außerdem analytisches Denkvermögen:

Anwendungstechniker*innen sind in der Lage, die Knobelaufgaben in der Produktion schnell und effektiv lösen zu können.

Auch ein gelungenes Zeitmanagement spielt eine wichtige Rolle, um ein erfolgreiche*r Anwendungstechniker*in zu werden. Weil sie abwechselnd im Innen- und Außendienst, an vielen verschiedenen Schauplätzen und zu teilweise unkonventionellen Arbeitszeiten aktiv sind, sollten Anwendungstechniker*innen mobil und flexibel sein.

Zuletzt erfordert der Job in manchen Branchen auch körperliche Fitness:

So arbeiten Anwendungstechniker*innen im Industriesektor mitunter auch unter extremen Bedingungen, wie im Untertagebau.


Aufgaben von Anwendungs­techniker*innen

Die Aufgaben des Berufsbilds haben wir in einer Liste zusammengefasst:

  • Kundenbetreuung, Beratung und Schulung vor Ort: Wie funktionieren die Produkte?
  • Montage der Produkte bei der Kundschaft
  • Durchführung von Machbarkeitsstudien
  • Planung und Durchführung von Versuchen und Produkttests
  • Ermittlung von Marktbedürfnissen
  • Produktionstechnische Umsetzung der Marktbedürfnisse
  • Vertrieb und Marketing
  • Erarbeitung technischer Lösungen
  • Entwicklung und Modifizierung von technischen Systemen (CAD-/CAM-Programmierungen
  • Maschinenabnahmen und Maschinenvorführungen
  • Planung von Messeständen
  • Ausarbeitung von Handbüchern und Betriebsanleitungen

Ausbildung und Basisqualifikationen

Die Berufsbezeichnung Anwendungstechniker*in ist im deutschsprachigen Raum nicht geschützt. Jede*r kann sich also mit diesem Titel schmücken. Die meisten Einsteiger*innen haben jedenfalls eine

  • Schulausbildung mit technischem Schwerpunkt und weiters auch
  • ein technisches Studium aus dem MINT-Bereich absolviert. 

Zu den MINT-Berufen zählen beispielsweise Jobs im Bereich

  • Maschinenbau, 
  • Metallbearbeitung, 
  • Elektrotechnik, 
  • Physik, 
  • Werkzeugtechnik, 
  • Bauwesen oder auch 
  • Informatik. 

Hinzu kommt oft eine Spezialisierung im Bereich Verfahrens- und Produktionstechnik. Um für Know-how im Marketing- und Vertriebsbereich zu sorgen und die Schnittstelle zwischen Produktion und Verkauf zu schaffen, sind auch betriebswirtschaftliche Qualifikationen wie zum Beispiel ein Studienabschluss als Wirtschaftsingenieur von Vorteil.

Das heißt allerdings nicht, dass nur Akademiker*innen den Sprung in die Anwendungstechnik schaffen. Weil in vielen Branchen vor allem auch praktische Berufserfahrung gefordert wird, sind nicht selten Aspirant*innen mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder gar einem Meister in einem technischen Beruf gefragt. Diese sollten dann aber auch eine Zusatzqualifikation im betriebswirtschaftlichen Bereich mit sich bringen.

Eine hybride Basisqualifikation als Erfolgsrezept

Grundsätzlich gilt also, dass man für den Job eine hybride Basisqualifikation aus dem technischen gepaart mit dem betriebswirtschaftlichen Bereich mitbringen sollte. Außerdem ist es in diesem Berufsfeld sehr wichtig, sich ständig weiterzubilden, damit man immer auf dem aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft bleibt. 


Weiterbildungs­möglichkeiten in der Anwendungstechnik

Zu den typischen Weiterbildungsbereichen gehören zum Beispiel 

  • Prozessanalyse, 
  • Prüf- und Messtechnik, 
  • Verfahrenstechnik, 
  • Fertigungstechnik und 
  • technisches Projektmanagement. 

Oft bieten Unternehmen auch interne Möglichkeiten zur Weiterbildung an.


Berufsaussichten und Karrierechancen in der Anwendungstechnik

Grundsätzlich stellen Anwendungstechniker*innen ein wichtiges Zahnrad innerhalb eines industriellen Betriebs dar. Viele Unternehmen sind daher gewillt, ihre Einsteiger*innen auch langfristig an den Betrieb zu binden und sie auch dementsprechend weiterzubilden. 

Für die Anwendungstechnik kommen zum Beispiel auch Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich

  • Compliance Management oder
  • Risk Management in Frage.

Einige Arbeitnehmer*innen in diesem Bereich übernehmen später auch Tätigkeiten in der Unternehmensführung oder Unternehmensberatung, sowie als Konsulent*innen oder Gutachter*innen.


Das Gehalt von Anwendungs­techniker*innen

Das durchschnittliche Bruttoeinstiegsgehalt der Anwendungstechniker*innen liegt in Österreich zwischen € 2.270,- und € 2.390,- Euro pro Monat. Da die Basisqualifikation und die Berufserfahrung in diesem Sektor allerdings stark variiert, können Jobangebote auch weit davon abweichen.

Bei einem abgeschlossenen Diplom- oder Masterstudium gehen Karriereportale von einem Brutto-Einstiegsgehalt von € 35.000,- im Jahr aus.

UNSER FAZIT FÜR DICH

Egal, in welcher Branche Anwendungstechniker*innen schlussendlich landen und tätig sind - langweilig wird ihnen sicher nicht! Da sie mit verschiedenen Abteilungen innerhalb eines Betriebs zusammenarbeiten, oft zwischen Innen- und Außendienst wechseln und sie sich ständig weiterbilden ist für Abwechslung stets gesorgt. Wer einen technischen Beruf anstrebt, "gut mit Menschen kann" und sich zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten offenhalten will, sollte das Berufsbild der Anwendungstechnik auf dem Schirm haben.

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